Mögliche rechtliche Wege
In Betracht kommen insbesondere Familiennachzug, unionsrechtliche Rechte, humanitäre Gründe oder der Schutz von Ehe und Familie. Für sonstige Familienangehörige kann § 36 Absatz 2 AufenthG einen Nachzug zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte ermöglichen. Die Anforderungen sind hoch.
Was konkret belegt werden muss
- ärztlich beschriebene Erkrankung und Pflegebedarf
- Pflegegrad, Begutachtungen und vorhandene Hilfen
- welche täglichen Tätigkeiten tatsächlich übernommen werden
- warum gerade diese Person die Betreuung leisten muss
- warum professionelle oder familiäre Alternativen fehlen oder unzumutbar sind
- Wohn-, Finanzierungs- und Krankenversicherungssituation
- enge familiäre Bindung und bisheriger Betreuungsverlauf
Gute ärztliche Unterlagen
Eine Diagnosebezeichnung allein reicht oft nicht. Hilfreich sind konkrete Angaben zu Funktionsbeeinträchtigungen, täglichem Hilfebedarf, voraussichtlicher Dauer und den Folgen eines Wegfalls der Betreuung. Ärztinnen und Ärzte sollten medizinische Tatsachen darstellen; die rechtliche Schlussfolgerung trifft die Behörde oder das Gericht.
Pflege im Ausland als Alternative
Behörden prüfen häufig, ob Betreuung im Herkunftsstaat, durch andere Angehörige oder professionelle Dienste möglich ist. Deshalb sollten tatsächliche Verfügbarkeit, Kosten, Erreichbarkeit und persönliche Zumutbarkeit nachvollziehbar dokumentiert werden.
Früh strukturieren
Eine chronologische Darstellung mit medizinischen Anlagen, Pflegebescheiden, Familiennachweisen und einem konkreten Betreuungskonzept ist meist aussagekräftiger als viele ungeordnete Einzelunterlagen.
Rechtsgrundlage zur Orientierung: § 36 AufenthG. Andere Grundlagen können im Einzelfall vorrangig sein.